Fransen, Fransen und noch mehr…
…Fransen kann man seit geraumer Zeit auf deutschen Straßen an den Handgelenken, Schultern und in den Händen von einer Reihe von Passantinnen beobachten. Mich erinnert das an meine Kindheit. Denn da hat mein Papa meiner Mutter eine Fransentasche mitgebracht: aus Italien, echtes Leder, im Ethno-Stil bemalt und in Seesack-Form. Und mit Fransen dran. Einer Menge Fransen. Damals habe ich nicht verstanden, warum Mama sich nicht gefreut hat, mir gefiel das Teil gerade aufgrund seines Detailreichtums.
Heute weiß ich, dass die Tasche einfach nicht der Stil meiner Mutter war – und dass sie sich geärgert hat, weil mein Vater das so partout nicht verstanden hat. Mein Stil sind Fransen auch nicht – ich mag eher die klaren Linien. Aber ich finde sie schon schön anzusehen, wenn mindestens zwei Bedingungen erfüllt sind:
1) Die Fransen und überhaupt die ganze Tasche sind aus Leder. Und zwar echtem. Es gibt wenig Schlimmeres als die 10-Euro-Version vom semi-festen Taschenstand in der Fußgängerszene, an der sich weiße Textilfäden aus den Rändern jeder einzelnen Franse lösen. No go!
2) Die Handtasche ist das einzige Accessoire, das mit Fransen ausgestattet ist. Bitte nicht noch die Fransenlederjacke, den Fransengürtel und den Fransenhut dazu kombinieren! Bitte nicht. Das weckt Assoziationen: Cousin It aus der Addams Family ist da noch eine der netteren…
Die gemäßigte Variante von Gucci in edlem Metallic-Look:
“Techno Horsebit Cellarius Metallic Medium Hobo”
für runde $ 1.500,00
Ich hab mich jetzt mal ein bißchen umgeschaut: Es gibt doch eine Reihe von hübschen Fransentaschen auf dem Markt, in jeder Preislage, für jeden Geschmack und mit vielen oder wenigen Fäden. Eine Auswahl habe ich hier mal veröffentlicht. Have a look!
Auch Valentino hat – für mich die edelsten – Fransen im Angebot: “Black Leather-Tassel Bag” bei stylebop.com für € 2.198,- käuflich zu erwerben
Auch kleinere Geldbeutel müssen nicht auf den Fransenlook verzichten: Die “Boheme” von Boss Orange schlägt nur mit € 429,95 zu Buche.
Über Stock und Stein…
…wandert die ein oder andere Frau ohne Handtasche. Ich habe mich schon immer gefragt: Wie geht sowas denn? Also, ich für meinen Teil fühle mich richtiggehend nackt, wenn ich ohne mein Allernötigstes (also Handy – wieso gibt es eigentlich überall auf der Welt noch Gegenden ohne Empfang?? -, Taschentücher – dieser Heuschnupfen! -, Schlüssel – schließlich könnte ja das Auto aufgebrochen werden, und dann? -, Kaugummis – für den frischen Atem im Dschungel – und den ganzen anderen unersetzlichen Dingen) unterwegs bin. Die sensiblen unter meinen Leserinnen haben es schon zwischen den Zeilen gelesen: Wandern ist ohnehin nicht meine allerliebste Freizeitbeschäftigung.
Ich finde, zurecht. Wer mag schon Blasen an den Füßen, klobige Wanderschuhe und Myriaden von Insekten (und deren Stiche)? Ich bleib da doch lieber beim Großstadtdschungel. Ähnlich sehen das auch die Designer von Sticks and Stones, einem jungen Amsterdamer Leder-Mode-Label, das ganz entzückende Taschen, Portemonnaies und auch Lederjacken herstellt. Dabei stimmen die Farben eigentlich schon: Mit gelb oder pink oder auch orange wird man in jedem Wald zumindest zur Jagdsaison sofort als Nicht-Wild identifiziert. Aber irgendwie sind die Teile auch wieder viel zu schade, um nur von Grünberockten erspäht zu werden.
Was mir am besten an den Handtaschen der Holländer gefällt, ist ihre Varianz, die von ganz klassischen Umhängetaschenmodellen bis zu 70er-inspirierten Umhängebeuteln reicht, und dabei doch trotzdem immer klare Linien und gute Materialien bevorzugt. Ich habe Euch mal den ein oder anderen meiner Favoriten mitgebracht…
Fell in Love with Copenhagen
Als Frau verliebt man sich ja eigentlich nicht so leicht. Jedenfalls nicht, wenn man die Dreißig überschritten, die ein oder andere Falte im Gesicht und ein mehrfach gebrochenes Herz in der Brust hat. Auf mich trifft das alles zu – und doch: Ich bin verliebt. So richtig. Nicht in einen Mann (also schon, aber das ist nicht neu). Auch nicht in eine Frau. Aber doch in ein atmendes, pulsierendes Wesen. Ich war in Kopenhagen!
Leider habe ich nicht so viele öffentliche Plattformen, um dieses Gefühl loszuwerden. Und obwohl Kopenhagen eine Stadt voller Leben, voller Wasser, mit ehrwürdigen und modernen Gebäuden ist und vor Kreativität nur so sprudelt, habe ich kein Luxushandtaschenlabel gefunden, dass hier der Erwähnung wert wäre. Aber nach ein bißchen Recherche immerhin zwei ziemlich angesagte Unternehmen, die Taschen für die jüngere Generation, zu sehr moderaten Preisen, herstellen: Friis & Company und mimic copenhagen. Im folgenden zunächst eine superschöne Suede-Tasche von Friis & Company im Sale für unglaubliche 29,99 EUR (statt 99,95):
Dann habe ich noch was von mimic copenhagen gefunden, auch hier für bezahlbare 99,90 EUR:
Das Design ist bei beiden wirklich sehr skandinavisch: Schlicht, charmant, gedeckt, wenige, aber schlagkräftige Details. Mich hat das ja immer ein bißchen gewundert, wo es dort doch im Winter so schnell dunkel wird und lange bleibt und dann das mit dem Wetter – na ja. Aber wenn man die Lebensfreude und die Farben von Kopenhagen sieht, weiß man, dass ein Kontrapunkt gesetzt werden muss. Und das schafft das dänische Design ja nun wirklich perfekt, oder?
Männer und Handtaschen
Neulich war ich mal wieder mit meinem Liebsten unterwegs. Während des Aufbruchs kam es, wie es immer kommt: Hier, kannst du das mal eben in deine Handtasche stecken? Und ehe ich mich versah, kamen zu meinem ohnehin überdimensionierten Portemonnaie, den Schlüsseln, Taschentüchern, meinem Handy, Schminkutensilien, dem Schirm und was ich sonst noch so mit mir herumtrage, noch seine Schlüssel, sein Portemonnaie und seine Sonnenbrille dazu. Kommentar meiner Physiotherapeutin zwei Tage später: “Sie sind aber ganz schön verspannt.”
Was soll ich machen. Ich bin mir doch selbst nicht sicher, was die Frage aller Fragen angeht, die die Welt in zwei Lager spaltet: Männer und Handtaschen – geht das eigentlich zusammen? Meine persönliche Meinung? Ja, wenn er meine kurz hält, weil ich mir eine Zigarette anmachen muss. Ja, wenn es ein Rucksack oder eine Umhängetasche ist, die mindestens DIN A4-Ordner aufnehmen kann. Ja, wenn ein Laptop drin ist. Klares Nein! zu Gürteltaschen aller Art. Für Männer unter 65 ebenso klares NEIN für diese Dinger, die man per Schlaufe am Handgelenk befestigen kann (wie heißen die eigentlich?). Einfach schrecklich, einfach unmännlich, einfach geschmacklos. Ich würde mich mit einem solchen Mann jedenfalls nicht vor die Tür trauen.
Da Männer aber nun mal nicht einsehen, für Geldbeutel und Co. eine riesige Tasche mit sich herumzutragen, muss es doch einen Kompromiss geben. Also eine Entlastung für unsere Schultern (die schließlich schon genug zu tragen haben, oder?!), für die frau sich nicht schämen muss. Ich hab also mal gegoogelt. Und einen relativ alten Beitrag beim taschenblog gefunden, der aber eine echte Alternative zeigt:
Das Ganze kostet 349,- Euro und gibt’s in “schwarz, braun und blond”. Jaja, da werden Assoziationen wach. Aber was soll’s, schließlich gibt der Claim von Koffski mir dann doch noch recht: “Wie Mann’s besser trägt.” Und solange man den Herzallerliebsten dann nicht ständig in folgender Pose vor dem Spiegel vorfindet, ist doch alles gut…
Passend zur Urlaubszeit…
… kann man bei The Cheeky jetzt schicke Sticker für jeden Koffer herunterladen. Ob man sich damit freiwillig das schließlich teuer bezahlte Designerlogo zukleben möchte, ist sicherlich Geschmackssache. Aber beides passt doch irgendwie in dieselbe Kategorie: Es geht um das Statement!

Suitcase Sticker "Air Stewardess"
Im übrigen verbringt man ja schließlich eine Menge Zeit an Kofferaufgabe und -abholung, und so ein Teil ist bestimmt ein Stimmungsaufheller für gestresste Geschäftsleute, genervte Eltern und liebeshungrige Singles am Gepäckband…
Ich freue mich jedenfalls immer über kreative Köpfe, und wenn es in diesem Jahr neben dem Urlaub im Traumland nicht mehr für den passenden Koffer zu folgender reizender “Mini Duffle Bag” von Rocco (käuflich zu erwerben bei mytheresa.com für angemessene 998,- EUR) reicht, sind die Aufkleber aus meiner Sicht eine witzige Alternative und mit 15 $/Stück für wirklich jeden erschwinglich. Damit der Urlaub schon am Flughafen beginnt!
Mode für “material girls”…
… gibt’s ab Herbst zumindest für die US-Amerikanerinnen. Niemand geringerer als Pop-Queen Madonna macht sich nämlich daran, ihren ganz ureigenen Look aus den unvergessenen 80er Jahren auferstehen zu lassen. (Ich habe ja an früherer Stelle schon mal meine ganz ureigene Meinung über die Eighties hier ausgebreitet, und ich finde immer noch, dass kein Jahrzehnt uns so viele modische Sünden überliefert hat wie dieses. Auf der anderen Seite… Ich höre aufgrund kurzer wasserstoffblonder Haare und Vorliebe für Fledermausshirts schon häufiger mal, ich sei irgendwie in dieser Zeit “hängengeblieben”.)
Wie auch immer, Madonna hat für das Design dieser (wie es im Titel des Interviews heißt) “must haves” ihr 13jähriges Töchterchen Lourdes ins Boot geholt. Das garantiert dann den Anschluss an die Moderne und macht die Linie nicht nur für uns (ewig) 29jährige attraktiv
Diesen Eindruck zu verstärken hilft sicherlich auch, dass “Gossip-Girl”-Star Taylor Momsen mit gerade mal 16 die Werbung für die Mode übernimmt.
Hier z.B. findet Ihr das Video zur neuen Modelinie, in dem Madonna u.a. beteuert, sie sei über die Tatsache, dass der Titel eines ihrer bekanntesten Songs jahre- und jahrzehntelang an ihr gehaftet habe, anfangs gar nicht begeistert gewesen – schließlich sei das Lied “ironisch” gemeint gewesen. Wer’s glaubt – in einer kürzlich ausgestrahlten Sendung á la “Die 10 teuersten Beauty-Attacken” konnte man sehen, dass die Pop-Queen schlappe 675.000 $ jährlich nur für Personal Trainer, Imageberater, Kosmetikerin, eigenen Koch usw. ausgibt. Ich gönne es ihr ja. Aber bescheiden ist das nun nicht gerade…
Na ja, den ein oder anderen Blick auf eine Handtasche kann man im Video jedenfalls auch erhaschen. Have a look!
Bad Boy Alexander McQueen
Wenn man für einen Handtaschenblog schreibt, hat man viele Möglichkeiten, an die Sache heranzugehen. Schließlich geben Taschen eine Menge her – sie sind Projektionsfläche, Identitäts(mit)stifter und vor allem eins: Statement. Deswegen fällt es mir nicht sonderlich schwer, um jedes Modell, das mir ins Auge springt, eine Geschichte zu basteln.
In der Werbe- und Pressewelt nennt man das wohl einen Aufhänger. Einer, der das gar nicht nötig hatte, und der zu meinen absoluten Modefavorites gehört, ist Alexander McQueen. Traurig war ich, als ich im Februar schockiert feststellen musste, dass einer der revolutionärsten, im besten Sinne provokantesten und inspiriertesten Modedesigner der Welt nicht mehr unter uns weilt. Ein echter Bad Boy, der als Schöpfer von wirklich individuellen Stücken mein Herz höher schlagen ließ.

Sommerkollektion: Signature Skull Satin Clutch
Deswegen habe ich mich besonders gefreut, als ich bei TheBagLady lesen durfte, dass es doch noch eine Kollektion – als Tribut an ihn – für den Herbst 2010 geben wird. Der offizielle Store ist leider nur in England und den USA erreichbar, aber über Saks Fifth Avenue gibt es zumindest eine Auswahl an neuen Modellen zur Pre-Order. Schaut’s Euch an – und vielleicht teilt Ihr ja mein Faible für die nicht-so-ganz-und-irgendwie-doch-voll-gesellschaftsfähigen Knaller McQueens…
Laut Saks spätestens lieferbar Ende Oktober 2010 seht Ihr oben eine klassische McQueen-Hardtop-Clutch für stolze $2.325,-, unten das old fashioned Modell für erschwingliche $695,-. Tribute an große Menschen finden nicht im stillen Kämmerlein statt: Tragt Ihn auf die Straßen!























